auf Tour mit dem Wohnmobil,  NC 500 Schottland

108. Weiter geht’s auf der NC 500 in Schottland, Sutherland von Dunbeath nach Wick, John o‘ Groats, Melvich und über Tongue nach Durness und Achriesgill (11.9.19-19.9.19)

Halò wir sind’s mal wieder. Fàilte (willkommen) in den schottischen Highlands!

Aus meinem Plan die Beiträge mal wieder zeitnah zu erstellen, ist leider nichts geworden. Zwischendurch hakt das Internet oder es ist einfach nicht vorhanden und wenn wir fahren, gibt es soviel Natur zu sehen, dass es schade wäre die Nase über das Tablet zu halten.

Also schreibe ich hier eine Zusammenfassung der letzten Tage.

Nachdem wir Helmsdale am 11.9. verlassen hatten stoppten wir in Dunbeath, ein winziger kleiner Ort, welcher auch noch durch einen Fluss zweigeteilt ist. Es gibt, wie uns im kleinen Heimatmuseum gesagt wurde, von jeher die da unten und die da oben.

Unser Stellplatz für diese Nacht, lag bei denen da unten, erneut an einem kleinen Hafen. Es wäre genial zum Angeln gewesen, wenn es nicht so asig kalt und dazu noch stürmisch gewesen wäre! Also haben wir nach einem ausgiebigen Spaziergang, mit Besuch des Museums, unserer üblichen Beschäftigung gefrönt und etwas gespielt. Mein Favorit ist zur Zeit Scrabble, welches wir zweisprachig spielen. Außerdem haben wir wieder angefangen unser Brot selber zu backen. Das ist easy zuzubereiten, nur aus Körnern und schmeckt uns besser, als das britische Luftbrot. Sind halt verwöhnt von zuhause, nicht? Also Brotbacken steht nun auch alle paar Tage auf dem Tagesplan.

Von Dunbeath haben wir dann am nächsten Tag Kurs auf Wick genommen . Unterwegs hätten wir uns gerne noch die Whaligoe Stepps angeschaut. Das ist eine Treppe über die Klippen zum Meer, mit 365 Stufen. Leider wurde dort gebaut und auch zum Parken sah es ziemlich mau für uns aus, also sind wir weitergefahren. Wick selber ist etwas größer. Dort angekommen haben wir einen Campingplatz angesteuert. Das war ja eine spannende Zufahrt! Da wir zu hoch mit unserem Gefährt für den Haupteingang (brückentechnisch) waren, gab es einen empfohlene anderen Weg durch ein Freizeitgebiet, immer am Fluss „Wick“ entlang. Wir waren aber bei weitem nicht die einzigen, die dort entlang fahren mussten und der Campingplatz füllte sich bis zum Abend.

Am Nachmittag haben wir uns Wick angesehen aber daß Städtchen fanden wir nicht so wirklich sehenswert. Natürlich haben wir die örtliche Distillery, Old Pulteney, besucht und die kürzeste Straße der Welt besichtigt. Das war der Ebenezer Place, welcher sogar im Guinessbuch verzeichnet ist. Das hat dann auch nur so kurz gedauert, wie die Straße lang ist und war irgendwie nicht mal ein schönes Fotomotiv.

Von Wick fuhren wir weiter nach John o‘ Groats und erreichten Jiepieeeeh damit den Nordostzipfel Großbritanniens! Es gibt eigentlich noch einen Ort der etwas nördlicher liegt, aber John o‘ Groats wird touristisch als nördlichster Ort ausgegeben. Der Plan war, am Leuchtturm zu parken und auch dort zu übernachten. Also stellten wir unser WoMo ab, zogen uns warm und sturmfest an und machten uns auf eine kleine Wanderung zu den „Stacks of Duncansby“. Die Sonne schien und wir genossen die wunderschöne Natur, aber seht selber!

Auf dem Rückweg guckte uns dieser Geselle aus einer kleinen Bucht an. Zack war er wieder weg und dann tauchte er wieder auf. Es ist wirklich fraglich, wer da wen beobachtet!?

Als wir von unserer Wanderung zurück waren, hatte der Wind nochmal zugelegt und da wir sehr ungeschützt mitten auf den Klippen standen, war ich dafür, von den Klippen auf den Parkplatz im Ort zu verlegen. Da gab es auch ein paar Touri-Geschäfte und ein bisschen was zu sehen. Andy wäre dagegen gerne auf den Klippen, mit Blick aufs Meer geblieben. Was glaubt ihr wohl, wer sich durchgesetzt hat? ;)))

Also sind wir runtergefahren, haben dort auf dem großen, aber nicht so schönen Parkplatz geparkt, uns die Geschäfte angesehen und dann später die Nacht verbracht.

Am nächsten Tag, es war Samstag, haben wir uns früh auf die nächste Etappe begeben. Der Wind sollte heute im Laufe des Nachmittags nochmals auffrischen und dann lässt es sich nicht mehr so toll fahren.

Unser Ziel war ein Stellplatz in Melvich. Daneben lag ein kleines Restaurant und sonst gab es noch einen wunderschönen Blick über die Hügel bis ans Meer und einen tollen Strand. Es kam so wie vorhergesagt und weil es nicht nur stürmte sondern auch noch eklig regnete blieben wir auf dem Platz, wuschen mal wieder unsere Wäsche und igelten uns im WoMo ein.

Am Sonntag, es blies immer noch wie hulle, aber wenigstens war es zeitweise trocken, erkundeten wir noch den Strand und sahen den Fahrradfahrern zu. Diese fuhren ihre letzte Etappe, auf einer Tour durch ganz Großbritannien. Gestartet waren sie in Cornwall und das Ziel war John o‘ Groats. Zum Glück blies der Wind aus Westen, so dass die Radler wenigstens tüchtig Rückenwind auf ihrer Fahrt hatten.

Am nächsten Morgen hatte sich, wie angekündigt, der Sturm etwas gelegt und für uns ging es wieder zurück auf die Straße und zwar nach Tongue. Wir hatten uns mal wieder über „Park4Night“ einen kleinen Parkplatz herausgesucht. Dieser lag ruhig neben einem Friedhof und war gerade groß genug für unser Haus.

Die Sonne schien, und wir hatten eine wunderschöne Aussicht über den „Kyle of Tongue“ auf die Berge und eine Burgruine. Also haben wir unsere Wanderschuhe geschnürt den Rucksack gepackt und aufgemacht die Umgebung zu erkunden. Unser Weg führte uns zur Ruine „Castle Varrich“.

Die Landschaft erinnert uns immer so sehr an unsere tolle Zeit in Norwegen. Sie ist geprägt von ungebändigter Natur, durchzogen von Flüssen, Fyrth‘ (Fjorden) Hügeln mit einer Heide- Moorlandschaft, einigen Wäldern, Bergen, Klippen, und immer wieder dieser Blick aufs Meer! FANTASTISCH!

Wir sind also losgestiefelt und es ging, auf einem schönen Wanderweg, sanft bergauf bis zur Ruine. Den Restturm konnte man und auch frau besteigen . Allerdings war es dort oben so stürmisch, dass es schöner war, den ebenso grandiosen Ausblick im Windschatten der Ruine zu genießen!

So, und nun komme ich zum Highlight des Tages! Schon auf dem Hinweg haben wir etwas gelbes aus dem kleinen Birkenwäldchen, entlang des Weges blinken sehen! Mir juckte es schon seit Tagen in den Fingern und Füßen, immer Ausschau haltend nach einem Wald! Sogleich erforschte ich dieses gelbe Blitzen und richtig! PFIFFERLINGE! Zum Glück hatte ich einen Stoffbeutel und sogar ein Messer dabei. Auf dem Hinweg sammelten wir schonmal einige von den gelben Köstlickeiten. Auf dem Rückweg weiteten wir unsere Suche nochmal aus, es ist ja wie ein Jagdtrieb. Wir fanden genug leckere PFIFFERLINGE für 2 Tagesmahlzeiten. Hmmmmm yummy!

Nachdem wir unseren Lebensmittelvorrat so genial aufgestockt hatten, führte uns die nächste Etappe nach Durness.

Durness ist ein kleiner Ort so ziemlich an der Nord-Westspitze Schottlands. Dort haben wir uns auf einem der schönsten Campingplätze auf dieser Reiseroute eingemietet. Das lag aber weniger am Campingplatz selber als an der Lage. Die erste Reihe Wohnmobile und Caravan steht direkt auf den Klippen. Wir hatten uns nicht angemeldet, konnten aber mit einem Platz in der zweiten Reihe durchaus zufrieden sein!

Am Nachmittag besuchen wir die „Smoo Cave“, eine Süßwasser- und Meereshöhle. In der Höhle gibt es einen Wasserfall und das wollen wir uns nicht entgehen lassen. Leider gab der Akku unseres Fotoapparats frühzeitig den Geist auf. Aber ein paar Fotos konnte Andy dennoch machen.

Wie schon die ganze Zeit seit meinem Nieren- und Andy’s Ohrendesaster waren wir nach der Wanderung über die Klippen zur Höhle ziemlich erschossen und froh wieder am Wohnmobil zu sein. Abends genossen wir unsere zweite Portion PFIFFERLINGE und einen ruhigen, fast windstillen Abend. Vielleicht fragst du dich, was wir gegen unsere Desaster so tun!? Also Andy versucht die WhiskyTherapie und ich nehme Portwein ;))))

An unserem 2. Tag in Durness sind wir bis nach Balnakeil, einem kleinen Künstlerdorf, gewandert. Wir haben uns die kleinen Geschäfte und Galerien angesehen, Whiskyfudge gekauft und die beste heiße Schokolade Schottlands im „Cocoa Mountain“ genossen.

Gut gestärkt haben wir uns dann noch den Strand von Balnakeil angesehen. Direkt davor liegt ein alter Friedhof mit einer kleinen Kirchruine und einem wunderschönen Ausblick über den Strand.

So, ihr Lieben, wir sind in der Gegenwart angekommen. Heute sind wir von Durness, nur 20 Km, bis nach Achriesgill gefahren. Die Strecke war die letzte Etappe der Single Road Tracks auf dieser Route. Dabei sind die Straßen so eng, dass nur ein Fahrzeug darauf fahren kann. Wenn uns ein anderes Fahrzeug entgegen kommt nutzen wir, oder die anderen, die Ausweichstellen „Passing Places“. Genauso lassen wir schnellere Fahrzeuge von hinten überholen und selbst Motorräder und Fahrräder passen meist nicht gleichzeitig neben ein Auto oder Wohnmobil auf die Straße. Nach den engen Straßen in Südengland, hatte ich etwas Angst davor. Aber das lässt sich nicht vergleichen. Hier kann man meistens sehr weit gucken und es gibt wirklich reichlich “ Passing Places“. Ich fand die Single Track Roads spannend und wunderschön!

So, jetzt mache ich mal Schluss hier, denn die Sonne kommt raus und das wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen! Außerdem stehen da hinten ein paar Bäume… Wald wäre jetzt zuviel gesagt, aber da muss ich unbedingt hin!

Tìoraidh, Chì mi thu! Tschüss und bis bald!

PS kein Wald… keine Pilze!

PPS Dafür hatten wir einen wunderschönen Sonnenuntergang!

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